Gottfried Schätz, im Tegernseer Tal als „Schätz Friedl“ und als „Huatara“ bekannt, prägte die Hutmacherei über sechs Jahrzehnte. Im Zweiten Weltkrieg verlor er seine linke Hand. Eine Sauerbruch-Prothese aus Holz, Eisen und Leder ermöglichte ihm den Spitzgriff, der für die feine Arbeit des Hutmachers besonders wichtig war. Mit großer Ausdauer kehrte er in die Werkstatt seiner Familie zurück und übte sein Handwerk dort rund 60 Jahre lang aus.
Gottfried war außerdem 62 Jahre lang aktiver Gebirgsschütze. Von 1976 bis etwa 1991 führte er die Gebirgsschützenkompanie Tegernsee als Hauptmann, später wurde er zu ihrem Ehrenhauptmann ernannt. Die Hüte der Kompanie fertigte er über viele Jahre in seiner eigenen Werkstatt.
Nach seinem Tod im Jahr 2007 wurde seine Prothese dem Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt übergeben. Sie stand 2014 im Mittelpunkt der Ausstellung „Die Hand des Hutmachers“. Im Jahr 2015 war die Ausstellung auch im Museum Tegernseer Tal zu sehen und wurde dort um zahlreiche Schätz-Hüte aus Familien der Region ergänzt.