Über uns

Handwerk aus Tegernsee

Seit fünf Generationen

Der Hutmacher am Tegernsee

Seit 1879 gehört Hut Schätz zur Rosenstraße in Tegernsee. Heute führt Marietta Gollé-Leidreiter den Familienbetrieb in fünfter Generation. Sie hat die Hutmacherei 2024 von ihrer Mutter Doris übernommen und führt damit eine Geschichte fort, die seit fast 150 Jahren eng mit dem Tegernseer Tal verbunden ist.

Werkstatt und Ladengeschäft liegen bis heute unter einem Dach. Persönliche Beratung ist uns eine Herzensangelegenheit: Im Laden nehmen wir uns Zeit, mit Ihnen den richtigen Hut für Ihre Bedürfnisse zu finden. Gerne gehen wir dabei auf Ihre speziellen Vorstellungen und Wünsche ein und fertigen so Ihr neues Lieblingsstück. Auch zum Auffrischen und Reparieren kommen viele Schätz-Hüte wieder in die Rosenstraße zurück.

  • 1879

    Gegründet in Tegernsee

  • 5.

    Generation

  • ∞

    Handarbeit

Team von Hut Schätz im Ladengeschäft
Marietta und das Team

Chronik

  1. Hüte in der Rosenstraße

    Hutmacher Josef Simmeth gründet in der Rosenstraße in Tegernsee die Hutmacherei, die später auf den Namen Schätz lautet. Damit beginnt die Geschichte einer Werkstatt, die bis heute am selben Ort arbeitet und inzwischen in fünfter Generation geführt wird.

    Historische Aufnahme eines Hutmachers in der Werkstatt
  2. Anton Schätz übernimmt

    Josef Simmeths Stiefsohn Anton Schätz übernimmt den Betrieb und führt Werkstatt und Ladengeschäft weiter. Frage an Marietta: In welchem Jahr hat Anton Schätz übernommen? Die Jahreszahl „um 1930“ ist nur ein Platzhalter.

    Historische Fotografien aus der Hutmacherei
  3. Lehrjahre in Augsburg

    Antons Sohn Gottfried beginnt seine Hutmacherlehre in Augsburg. Dort lernt er die handwerklichen Grundlagen, die er später in der Werkstatt seiner Familie am Tegernsee weiterführt.

    Werkbank mit Werkzeugen und Hutformen
  4. Zurück am Werktisch

    Im Zweiten Weltkrieg verliert Gottfried die linke Hand. Anfang 1942 wird er von dem Chirurgen Max Lebsche operiert. Eine Sauerbruch-Prothese aus Holz, Eisen und Leder ermöglicht ihm später den Spitzgriff, der für die Arbeit als Hutmacher besonders wichtig ist. Gottfried kehrt in die väterliche Werkstatt zurück und übt sein Handwerk dort rund 60 Jahre lang aus.

    Historischer Hutmacher beim Formen eines Hutes
  5. Doris übernimmt

    Nach ihrer Ausbildung als Handelsfachwirtin übernimmt Doris Gollé-Leidreiter, Gottfrieds jüngste Tochter, das Geschäft in vierter Generation. Schon als Kind ist sie von der Werkstatt und den Hüten der Familie umgeben. Später beschreibt sie diese Nähe mit den Worten: „Das Handwerk ging mir in Fleisch und Blut über.“ Unter ihrer Leitung bleiben persönliche Beratung, individuelle Gestaltung und die Fertigung in der eigenen Werkstatt der Mittelpunkt des Betriebs.

    Hutmacherin bei der Arbeit an einem Filzhut
  6. Abschied vom Friedl

    Gottfried „Friedl“ Schätz stirbt am 9. Dezember 2007 im Alter von 86 Jahren. Als Hutmachermeister und langjähriger Hauptmann der Gebirgsschützenkompanie Tegernsee ist er weit über die Stadt hinaus bekannt. Die Kompanie, der er 62 Jahre angehörte, ernennt ihn nach seiner Zeit als Hauptmann zum Ehrenhauptmann. Seine Prothese wird später dem Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt übergeben.

    Hutmacher an einer historischen Nähmaschine
  7. Die Hand des Hutmachers

    Das Museum Tegernseer Tal widmet Gottfried Schätz und seiner außergewöhnlichen Prothese die Ausstellung „Die Hand des Hutmachers“. Zuvor war die Ausstellung bereits im Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt zu sehen. Familien aus dem Tegernseer Tal stellen dafür eigene Schätz-Hüte zur Verfügung und zeigen, wie eng seine Arbeit mit der Region verbunden war.

    Hutmacher formt einen Filzhut mit Dampf
  8. Fünfte Generation

    Marietta Gollé-Leidreiter, studierte Modedesignerin und ausgebildete Handelsfachwirtin, übernimmt die Hutmacherei von ihrer Mutter Doris und führt den Betrieb in fünfter Generation weiter. Werkstatt und Laden bleiben dort, wo die Familie seit 1879 Hüte fertigt und verkauft: in der Rosenstraße im Herzen von Tegernsee.

    Marietta mit Hutform in der Werkstatt

Tradition heißt für uns: jeden Hut so zu machen, als wäre es der erste.

Tradition & Handwerk

Blick in die Hutmacherwerkstatt

Am Anfang jedes Filzhuts steht der sogenannte Stumpen. Dieser Filzkonus hat zunächst weder eine feste Kopfweite noch die spätere Form des Hutes. Erst durch viele aufeinander abgestimmte Arbeitsschritte entsteht daraus ein Hut, der seinem Träger passt und zu ihm gehört.

Gearbeitet wird mit heißem Wasser, Dampf, Bürste, Bügeleisen und vor allem mit viel Erfahrung. Die über Generationen angesammelten Holzformen ermöglichen eine große Bandbreite an Formen und Varianten. Vom individuellen Einzelstück bis hin zum Vereinshut ist alles drin.

Marietta mit Hutform in der Werkstatt
Marietta arbeitet an einem Filzhut

So entsteht
ein Filzhut

Vom Stumpen zum fertigen Hut

Der Huatara
aus Tegernsee

Gottfried Schätz, 1921 bis 2007

Gottfried Schätz, im Tegernseer Tal als „Schätz Friedl“ und als „Huatara“ bekannt, prägte die Hutmacherei über sechs Jahrzehnte. Im Zweiten Weltkrieg verlor er seine linke Hand. Eine Sauerbruch-Prothese aus Holz, Eisen und Leder ermöglichte ihm den Spitzgriff, der für die feine Arbeit des Hutmachers besonders wichtig war. Mit großer Ausdauer kehrte er in die Werkstatt seiner Familie zurück und übte sein Handwerk dort rund 60 Jahre lang aus.

Gottfried war außerdem 62 Jahre lang aktiver Gebirgsschütze. Von 1976 bis etwa 1991 führte er die Gebirgsschützenkompanie Tegernsee als Hauptmann, später wurde er zu ihrem Ehrenhauptmann ernannt. Die Hüte der Kompanie fertigte er über viele Jahre in seiner eigenen Werkstatt.

Nach seinem Tod im Jahr 2007 wurde seine Prothese dem Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt übergeben. Sie stand 2014 im Mittelpunkt der Ausstellung „Die Hand des Hutmachers“. Im Jahr 2015 war die Ausstellung auch im Museum Tegernseer Tal zu sehen und wurde dort um zahlreiche Schätz-Hüte aus Familien der Region ergänzt.

Hutmacher formt einen Filzhut mit Dampf
Gottfried Schätz in der Werkstatt
Hutmacher an einer historischen Nähmaschine

Sogar Sir Edmund Hillary, der Erstbesteiger des Mount Everest, trug einen Gebirgstrachtenhut aus unserer Werkstatt.

Brenner-Magazin 04/2019

Historische Holzformen in der Hutmacherwerkstatt
Unser Hutformenregal

Formen, die
Geschichten tragen

Über Generationen gesammelt

Unsere Holzformen sind das Gedächtnis der Werkstatt. Viele von ihnen werden seit Generationen aufbewahrt und immer wieder verwendet. Mit ihrer Hilfe entstehen unterschiedliche Kopfweiten, Kopf- und Randformen für Trachtenhüte, Alltagshüte und die einheitliche Ausstattung ganzer Vereine.

Die Formen stehen zugleich für die Langlebigkeit unseres Handwerks. Ein gut gefertigter Schätz-Hut begleitet seinen Besitzer oft über viele Jahre und wird nicht selten innerhalb einer Familie weitergegeben. Wenn ein Hut neue Pflege braucht, bringen ihn unsere Kunden zum Reinigen, Auffrischen, Anpassen oder Reparieren zurück in die Rosenstraße.